Hommage à Judy Blame

  • Das Dior Logo wurde überarbeitet und mit einer Sicherheitsnadel versehen – in Anlehnung an das DIY-Konzept des Autodidakten –, während sich der berühmte 'Toile de Jouy'-Stoff in einen mit Scheren, Schlössern und anderen Emblemen des Künstlers verzierten 'Toile de Judy'-Stoff verwandelt hat. Diese neue Version ist in Zusammenarbeit mit der 'Trust Judy Blame'* Stiftung in Anlehnung an seine revolutionäre Arbeit entstanden.

  • Judy Blame wurde 1960 in England geboren und war seit Beginn der 1980er Jahre ein Teil der Clubkultur – zu einer Zeit, als auf der Gästeliste des Taboo die Ikonen von morgen standen. Er war eine Nachteule, die mit 17 Jahren nach London ging, um das Stadtleben aufzusaugen und Inspiration zu finden, und machte sich einen Namen zusammen mit anderen Stars wie Leigh Bowery, David Holah, John Galliano, Derek Jarman, John Maybury und Scarlett Cannon. 1985 half er dem Designer John Moore, im englischen Dalston das The House of Beauty and Culture zu gründen. Ein einmaliger und energiegeladener Ort, an dem talentierte Persönlichkeiten, Designer und Fotografen zusammenkamen. Charaktere wie Christopher Nemeth und Dave Baby machten diesen Ort zum Ausgangspunkt verschiedener Kollaborationen mit Rei Kawakubo, Gareth Pugh, Marc Jacobs oder auch Kim Jones. Judy Blames Karriere als Stylist wurde durch seinen Freund Ray Petri vorangetrieben, der dem Buffalo Kollektiv, einem Kreis von sehr einflussreichen Persönlichkeiten, vorstand. Nachdem er erste Erfahrungen mit visionären Editorials für 'i-D' und 'The Face' gesammelt hatte, wirkte der facettenreiche Künstler auch an dem Imageaufbau von Musikstars wie Neneh Cherry, Björk, Boy George, Kylie Minogue und Massive Attack mit.

2016 zeigte die Ausstellung 'Judy Blame: Never Again' im Institute of Contemporary Arts (ICA, einem bedeutenden Kunstzentrum in London) – in der Gravuren, Collagen und Schmuckstücke zu sehen waren – seine Fähigkeit, starke Bilder und Symbole zu kreieren. Neben der ungewohnten visuellen Ästhetik wohnte seiner Arbeit auch eine politische Botschaft bei. Sein Motto war einfach und überraschend zugleich: etwas kreieren, es tragen und provozieren.

Die Kollektion basiert auf dem modernen, ausdrucksstarken Dialog zwischen dem Erbe von Dior und Judy Blame, der mehr denn je die zeitlose Ausdruckskraft des Savoir-faire bestätigt.

    * Das Ziel der 'Trust Judy Blame' Stiftung, die von Freunden des Designers ins Leben gerufen wurde, ist die Erhaltung, Förderung und Auseinandersetzung mit der Arbeit des Künstlers. Sie setzt sich für seine Anerkennung ein und unterstützt Schüler und Studierende. Die fördernde Initiative greift damit den Ansatz von Judy Blame auf, der seine Erfahrungen gern mit neuen Talenten teilte.

    Bildnachweis – Jackie Nickerson